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Was ist SAP S/4HANA und was bedeutet der Umstieg?

Kurzantwort

SAP S/4HANA ist die ERP-Suite der vierten Generation von SAP und läuft auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA. Sie löst SAP ERP 6.0 (ECC) ab, dessen Standardwartung Ende 2027 ausläuft, und führt Finanzbuchhaltung und Controlling in einem gemeinsamen Datenmodell zusammen. Für die Produktion gilt: Die ERP-Daten werden einheitlicher, die Anbindung an Maschinen und Anlagen muss aber bewusst mitgeplant werden.

Lesezeit 7 MinutenFachredaktion inray Industriesoftware
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Definition: SAP S/4HANA

SAP S/4HANA ist die ERP-Suite, die SAP am 3. Februar 2015 vorgestellt hat. SAP beschreibt sie als vierte Generation nach R/2, R/3 und SAP ERP. Das „S“ steht für „Suite“, die „4“ für die vierte Generation, „HANA“ für die zugrunde liegende In-Memory-Datenbank. Die Suite deckt Finanzen, Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Lieferkette und Projektmanagement ab.

Technisch ist die wichtigste Änderung, dass Geschäftsdaten im Arbeitsspeicher gehalten werden. Dadurch lassen sich Transaktionen und Auswertungen im selben System ausführen, ohne dass Daten vorher in ein getrenntes Auswertesystem kopiert werden müssen. Die folgende Tabelle stellt SAP ERP 6.0 (ECC) und S/4HANA gegenüber.

Kriterium SAP ERP 6.0 (ECC) SAP S/4HANA
Generation Dritte Generation nach R/2 und R/3 Vierte Generation, vorgestellt 2015
Datenbank Mehrere unterstützte Datenbanken SAP HANA (In-Memory)
Finanzdaten Verteilt auf mehrere Tabellen, etwa für Hauptbuch, Controlling und Anlagen Gemeinsame Tabelle ACDOCA („Universal Journal“)
Wartung Standardwartung bis Ende 2027, optional erweitert bis Ende 2030 Wartungszusage bis Ende 2040
Betriebsmodell Vor allem On-Premise Cloud, On-Premise oder Hybrid

Warum der Umstieg ansteht

Der Anlass für viele Projekte ist ein Datum. SAP hat am 4. Februar 2020 angekündigt, die Standardwartung für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 (dazu zählt SAP ERP 6.0) bis Ende 2027 zu gewähren. Danach ist optional eine erweiterte Wartung von Anfang 2028 bis Ende 2030 möglich, die SAP mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis berechnet. Für SAP S/4HANA gilt eine Wartungszusage bis Ende 2040.

Was das kostet, lässt sich überschlagen. Rein zur Illustration: Bei einer Wartungsbasis von 10 Mio. € ergeben zwei Prozentpunkte 200.000 € pro Jahr, über die drei Jahre der erweiterten Wartung also 600.000 €. Die tatsächliche Basis steht in Ihrem Wartungsvertrag, dieses Beispiel ersetzt keine Prüfung.

Hinzu kommt ein fachlicher Grund. Wer Daten aus Finanzen, Controlling und Anlagen in einer gemeinsamen Struktur führt, muss weniger abstimmen. Für die Fertigung ist das relevant, weil Kosten, Material und Aufträge dann nicht mehr aus getrennten Quellen zusammengesetzt werden. Prüfen Sie die Wartungstermine bitte direkt auf den Support-Seiten von SAP, da SAP sie anpassen kann.

Aus welchen Bausteinen S/4HANA besteht

S/4HANA ist kein einzelnes Programm, sondern ein Zusammenspiel aus Datenbank, Datenmodell, Fachanwendungen und Betriebsmodell. Die folgende Übersicht nennt die Bausteine, die für Ihre Planung am häufigsten eine Rolle spielen.

Baustein Aufgabe Quelle
SAP HANA In-Memory-Datenbank, in der Transaktionen und Auswertungen im selben System laufen SAP, 2015
Universal Journal (ACDOCA) Gemeinsame Tabelle für Hauptbuch, Controlling, Anlagenbuchhaltung, Material Ledger und Ergebnisrechnung SAP PRESS
Fachbereiche Finanzen, Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Lieferkette, Projektmanagement SAP, 2015
Betriebsmodelle Cloud, On-Premise (von SAP „AnyPremise“ genannt) und Hybrid; Cloud und AnyPremise sind getrennte Produkte mit gemeinsamem Ursprung SAP, 2020

Woran die Umsetzung technisch hängt

Technisch entscheidet sich ein Umstieg an vier Punkten.

  • Eigenentwicklungen: Selbst geschriebener Code muss auf Kompatibilität geprüft werden. Nutzungsdaten, etwa über die SAP-Werkzeuge UPL und SCMON, zeigen, welcher Code überhaupt noch läuft.
  • Daten und Stammdaten: Das neue Datenmodell setzt konsistente Stammdaten voraus, besonders in Finanzen und Material.
  • Schnittstellen: Jede Anbindung an MES, Lager oder Maschinendaten muss gegen das neue System getestet werden.
  • Betriebsmodell: Ob Cloud, On-Premise oder Hybrid, bestimmt Release-Rhythmus, Anpassungsspielraum und Verantwortlichkeiten im Betrieb.

In vier Schritten zum Umstieg

Die Reihenfolge ist in den meisten Projekten ähnlich, auch wenn sich Dauer und Aufwand stark unterscheiden.

  1. Bestandsaufnahme

    Mit dem SAP Readiness Check lässt sich prüfen, welche Anwendungen, Eigenentwicklungen und Schnittstellen im Bestandssystem betroffen sind.

  2. Migrationspfad wählen

    SAP kennt drei Wege: Neuimplementierung (Greenfield), Systemkonversion (Brownfield) und Selective Data Transition. Welcher passt, hängt von Datenbestand und Zielbild ab.

  3. Umsetzen und testen

    Bei einer Systemkonversion kommt der Software Update Manager mit der Database Migration Option (DMO) zum Einsatz. Getestet werden Prozesse und alle Schnittstellen.

  4. Betrieb und Weiterentwicklung

    Nach dem Cutover geht es darum, Datenflüsse zu überwachen und Prozesse schrittweise auf das neue Datenmodell auszurichten.

Was S/4HANA nicht ist

Vier Abgrenzungen verhindern typische Missverständnisse.

  • Nicht dasselbe wie SAP HANA: HANA ist die Datenbank, S/4HANA die darauf aufbauende ERP-Suite.
  • Nicht automatisch Cloud: S/4HANA ist als Cloud-, On-Premise- und Hybrid-Variante verfügbar.
  • Kein Ersatz für die Maschinenanbindung: Das ERP-System plant und bucht, es erfasst aber nicht von selbst Zustände an Anlagen.
  • Kein Standardweg: Es gibt keine einzige richtige Migration, sondern mehrere Pfade mit unterschiedlichem Risiko.

Typische Hürden in der Praxis

In der Praxis scheitern Umstiege selten an der Software selbst. Häufiger sind es gewachsene Strukturen, die vorher niemand vollständig dokumentiert hat.

  • Eigenentwicklungen, die niemand mehr kennt, aber viele Prozesse tragen
  • Stammdaten mit Dubletten oder widersprüchlichen Einträgen
  • Schnittstellen zu Produktions- und Lagersystemen ohne aktuelle Dokumentation
  • Fachbereiche, die Prozessänderungen erst spät testen können
Der ehrliche Teil

Ein Umstieg auf S/4HANA verbessert nur, was vorher geklärt wurde. Unklare Stammdaten, ungenutzter Eigencode und nicht dokumentierte Schnittstellen wandern mit, nur eben in ein neues System. pronubes übernimmt weder die Migration noch die Datenbereinigung und ersetzt kein SAP-Modul. Es unterstützt die Anbindung der Produktionsseite.

Wie pronubes unterstützt

pronubes ersetzt SAP nicht, sondern sorgt auf der Produktionsseite dafür, dass die Daten dort ankommen, wo das ERP-System sie braucht.

  • pronubes Edge: Mit Connectoren und Add-ons werden Maschinen, Anlagen und Zielsysteme wie ERP angebunden, ohne dass für jede Verbindung ein eigenes Schnittstellenprojekt entsteht.
  • pronubes Zones: Zones bildet Standorte, Produktionsbereiche, Systeme und Datenflüsse in einer klaren Struktur ab. Das hilft, Werke und Bereiche im neuen ERP-System eindeutig zuzuordnen.
  • pronubes Insights: Insights macht sichtbar, ob Verbindungen und Datenflüsse im laufenden Betrieb stabil arbeiten. Gerade rund um den Cutover erkennen Sie so früh, wenn eine Schnittstelle nicht liefert.
Begriffe
SAP S/4HANA
ERP-Suite der vierten Generation von SAP, 2015 vorgestellt.
SAP HANA
In-Memory-Datenbank, auf der S/4HANA läuft.
SAP ERP 6.0 (ECC)
Vorgänger-Produkt, Teil der SAP Business Suite 7.
Universal Journal
Gemeinsames Finanzdatenmodell in der Tabelle ACDOCA.
Greenfield
Neuimplementierung ohne Übernahme des bisherigen Systems.
Brownfield
Systemkonversion, bei der das bestehende System umgestellt wird.
Selective Data Transition
Selektive Übernahme von Daten und Prozessen in ein neues oder umgestelltes System.
Readiness Check
SAP-Analyse, die die Umstiegsfähigkeit eines Bestandssystems prüft.
SUM mit DMO
Software Update Manager mit Database Migration Option für die Systemkonversion.
Eigenentwicklung
Kundenspezifischer Code im SAP-System, auch Custom Code genannt.
Nachgefragt

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SAP HANA und SAP S/4HANA?

SAP HANA ist die In-Memory-Datenbank. SAP S/4HANA ist die ERP-Suite, die auf dieser Datenbank aufbaut und Finanzen, Beschaffung, Produktion, Vertrieb und weitere Bereiche abdeckt.

Bis wann wird SAP ECC gewartet?

Laut SAP gilt die Standardwartung für die Kernanwendungen der Business Suite 7, einschließlich SAP ERP 6.0, bis Ende 2027. Eine optionale erweiterte Wartung reicht von Anfang 2028 bis Ende 2030 und kostet zwei Prozentpunkte Aufschlag auf die Wartungsbasis. Prüfen Sie den aktuellen Stand bitte auf den Support-Seiten von SAP.

Muss ich für S/4HANA in die Cloud wechseln?

Nein. S/4HANA gibt es als Cloud-, On-Premise- und Hybrid-Variante. Cloud und On-Premise sind dabei getrennte Produkte, die einen gemeinsamen Ursprung haben.

Welche Wege für den Umstieg gibt es?

SAP nennt die Neuimplementierung, die Systemkonversion (Brownfield) und die Selective Data Transition. Eine Neuimplementierung startet ohne Altlasten, eine Konversion übernimmt das bestehende System und die selektive Variante übernimmt gezielt Daten und Prozesse.

Was ändert sich für Produktion und Maschinenanbindung?

Das ERP-System erfasst Zustände an Anlagen nicht selbst. Bestehende Schnittstellen zu Produktions- und Lagersystemen müssen deshalb gegen das neue System geprüft und getestet werden. Eine zentrale Anbindungsschicht kann diesen Aufwand begrenzen.

Loslegen

Ein neues ERP-System liefert erst dann Wert, wenn die Daten aus der Produktion zuverlässig ankommen.

pronubes bindet Maschinen, Anlagen und ERP-Systeme über eine gemeinsame Architektur an, statt Schnittstelle für Schnittstelle.

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